CB Fotoart Switzerland

Car Wash

Charles Bluntschli1 Comment

Es käme mir nie, aber auch gar nie, in den Sinn mit einem Mietauto eine Waschanlage zu besuchen. Diese Haltung bekommt auch mein Hyundai in der Schweiz zu spüren und kriegt die Autowaschanlage von innen höchstens zweimal im Jahr zu sehen. Nämlich nach und vor unsern Thailand Ferien. Nicht etwa dass er wasserscheu wäre oder eine undichte Stelle hätte, nein, schlicht und einfach nur weil ich es nicht für nötig halte.

Nicht so hier in Thailand. Srida, unser Autovermieter bat mich nämlich innbrünstig bei der Übernahme: Please nevel pak cal undel Mango tlee.

Was soviel heisst wie: Kannst das Auto hinstellen wo du willst, nur nicht unter die Mango Bäume. Letztere gibt es in unserm Park zu Hauf und sind momentan voll in der Blüte.

Dies hat zur Folge, dass ständig eine klebrige Masse auf die darunter parkenden Autos tropft. Welche, wenn nicht sofort gereinigt, kaum mehr vom Lack zu entfernen sind. Da ich aber zu faul bin, um einen mangofreien Parkplatz zu suchen, diese sich erst noch in der Sonne und meilenweit vom Haus entfernt befinden, stelle ich den Wagen eben doch unter die transpirierende Mango Flora. Mit dem Nachteil halt, dass ich nun trotz meiner unreinlichen Neigung, jede Woche in eine Waschanlage muss.

Das heisst, ein Nachteil war es nur vor dem ersten Besuch der Waschanstalt. Mittlerweile kann ich es kaum mehr erwarten diese Anlage zu besuchen und kontrolliere das Wagendach jeden Morgen akribisch um einen Grund zu finden nicht doch schon etwas früher die Reinigung vornehmen zu lassen. „Vornehmen zu lassen“, dieser Ausdruck trifft den Nagel voll auf den Kopf denn die Anlage kennt keine Düsen, rotierende Bürsten, Gebläse, Wachssprinkler oder automatische Fahrspuren welche den Wagen im Zeitlupentempo durch den Tunnel schleifen.

Nein, hier gebe ich bei der Ankunft den Schlüssel ab, respektive lasse ihn stecken und begebe mich in die klimatisierte Wartelounge. Hier genehmige ich mir zuerst Kaffee à Discrétion, Gebäck à Discrétion und Zeitungen à Discrétion. Letztere lasse ich aber mittlerweile liegen da die Buchstaben, wahrscheinlich von der Wärme beim Transport, total verbogen und verkrümmt sind und für mich unleserlich wurden. Also bringe ich immer mein E-Book mit und mach es mir gemütlich. Nach etwa 1 ½ Stunden werde ich vom Boss zur Abnahmekontrolle gebeten und, wenn ich nichts zu meckern habe auch gleich zur Kasse. Dies kostet mich dann jedes Mal, Trinkgeld inklusive, 200 Bath. Also in etwa 6.- SFR.

Wohlverstanden, das Auto wird von 6-8 Mitarbeiter fast total zerlegt und wieder zusammengesetzt, gewaschen, gebürstet, poliert und sieht anschliessend jedes Mal wieder aus wie frisch aus dem Toyota Showroom.

Nur die elende Dreck Pfütze in der Ausfahrt, vor dem Einbiegen auf die Hauptstrasse, erwische ich leider immer wieder und zu Hause fragt mich dann MÜAGG jedesmal:

Solltest mal wieder in die Autowäsche.